Schule für die Concertina (ca. 1880)

RAc
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Re: Schule für die Concertina (ca. 1880)

Beitrag von RAc » 15. Jul 2020, 15:45

kawewue hat geschrieben:
14. Jul 2020, 18:22
Jungs: Ball flach halten!

RAc: Ich fand deine Kritik überzogen. Sie erinnert mich an den alten Witz: "Warum hast du dich von deinem Freund getrennt? - Er pfeift immer so schweinische Lieder!". Die Schule enthält weder Texte noch Noten, sondern ausschließlich Überschriften und Tabulaturen. Auch die Auswahl der Stücke lässt keine leitende Weltanschauung erkennen.
Das ist nicht der Punkt, Klaus. Natürlich entsprach das Buch dem Zeitgeist, und deswegen kann man dem Verleger pauschal keine Ideologie irgendeiner Prägung unterstellen. Darum geht es auch nicht. Geschichtsverleugnung ist von keiner Seite und keinem Standpunkt aus legitim.

Heutzutage ist es en vogue, Revisionismus zu betrieben und furchtbare Dinge mit "war doch Alles nicht so wild" unter den Teppich zu kehren. Wer da mitmacht, nährt in erster Linie Gauland's Mövenschisstheorie, die das Einfallstor für einen Rückfall in Zeiten ist, die Niemand mehr erleben möchte. Da darf man ruhig mal dran erinnern, dass dem nicht so ist. Und wenn es nur dadurch ist, dass man in der Buchrezension ein Sätzchen einwebt wie "die Auswahl der Stücke ist der Zeit geschuldet und ist dem heutigen Verständnis von Folksmusik nicht angemessen," oder wie auch immer. Nur um unzweifelhaft klarzustellen, dass es eben Texte gibt, die heutzutage keinen Platz mehr haben.

Ich finde die Polemik von Sebastian sehr bedenklich. Erinnerungen an die Geschichte wegzuwischen und mit derart billigen rhetorischen Taschenspielchen (wie das vollständige Deutschlandlied auf eine Ebene mit "Weißt du, wie viel Sternlein stehen" herunter zu verniedlichen) abzuwürgen sollte gerade heute in demokratischen Diskursen keinen Platz haben.

Und die Verschwörungskeule, Sebastian, kannste Dir sparen. Unabhängig davon, ob es offiziell verboten es oder nicht (scheinbar nicht, da habe ich wohl in der Tat etwas durcheinanderbekommen) sind die ersten beiden Strophen aus heutiger Sicht für keinen Anhänger von Toleranz, Weltoffenheit sowie historischem und internationalem Bewusstsein akzeptabel. Genau so wenig übrigens wie manch Anderes überliefertes Machwerk aus anderen Kulturkreisen, ohne Zweifel, aber über das Erbe anderer Kulturen können wir nicht richten. Über unser eigenes schon.

Aber mir ist es egal. Dein Forum, deine Party, dein Umgangsstil. Viel Spass noch. Ohne mich ist's vermutlich eh harmonischer.

kawewue
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Re: Schule für die Concertina (ca. 1880)

Beitrag von kawewue » 15. Jul 2020, 16:26

mit derart billigen rhetorischen Taschenspielchen (wie das vollständige Deutschlandlied auf eine Ebene mit "Weißt du, wie viel Sternlein stehen" herunter zu verniedlichen
Da hast du etwas mißverstanden: Das Lied "O du Deutschland, ich muß marschieren" wird auf die Melodie gesungen "Weißt du, wie viel Sternlein stehen", darum ging es.
Gruß, Klaus

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Sebastian
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Re: Schule für die Concertina (ca. 1880)

Beitrag von Sebastian » 15. Jul 2020, 19:35

Nina D aus W hat geschrieben:
13. Jul 2020, 08:45
Mich interessiert auch dieses "kreuzförmige" Instrument mit Achsen. … Was das wohl ist? Wie das wohl gespielt wurde?
Hier sieht und hört man’s in Österreich:


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